Das eigene Kind kennenlernen.

Familie werden. Familie sein.

Plötzlich Familie sein? Das bringt gerade ganz junge Eltern leicht an ihre Grenzen. Für Menschen, die von Armut betroffen sind, ist die neue Situation oft besonders schwierig.

Gemeinschaft lernen. Das Kind kennenlernen.

Inga, Sibel und Nadja spielen mit ihren Babys. Man hört Glucksen und Lachen. Auf dem Boden sitzen acht Frauen aus Deutschland, Marokko, Russland und Syrien und unterhalten sich mit Händen und Füßen. „Die jungen Mütter sind oftmals mit der neuen Situation überfordert“, erklärt Julia Possen, Leiterin des PEKIP-Kurses*. „In unserem Kurs lernen sie, ihre Beziehung zum Kind zu intensivieren und sich an die neue Rolle als Mutter zu gewöhnen.“ Die AWO Rheinlandstiftung ermöglicht jungen Müttern aus prekären Verhältnissen einen solchen PEKIP-Kurs.

Dieser Kurs bewirkt vieles. Trotz erheblicher Sprachhindernisse verstehen sich die Frauen. Sie übersetzen gegenseitig und erkennen, wie wichtig eine gemeinsame Sprache ist. Das motiviert sie, noch intensiver Deutsch zu lernen. Wo die Frauen im Umgang mit dem Kind unsicher sind oder sich schwer tun, die Signale der Kinder richtig zu deuten, hilft und unterstützt sie der Kurs.


* Kurze Erläuterung von Julia Possen, Leiterin des PEKIP-Kurses:
PEKIP - das „Prager Eltern Kind Programm“ ist in den 1960er Jahren entwickelt worden. Es geht darum, die vorhandenen Fähigkeiten des Babys durch Spiel-, Bewegungs- und Sinnesanregungen weiterzuentwickeln. Außerdem werden Mütter im sensiblen Prozess des Zueinanderfindens mit ihren Babys unterstützt. Damit soll auch die Beziehung zwischen dem Kind und seinen Eltern auf eine gute Basis gestellt werden.

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